Walter Yus Kunstprojekt „Odyssee“ im Auswärtigen Amt der Bundesrepublik Deutschland

31.07.2018
Impression des Residence-Studios mit Arbeiten von Walter Yu © Peter Drimal

Impression des Residence-Studios mit Arbeiten von Walter Yu © Peter Drimal

Walter Yu stellt während seines Stipendien-Aufenthalts im Rahmen des AArtist in Residence Programms sein jüngstes Kunstprojekt „Odyssee“ vor. Von Juli bis September 2018 zeigt er im Dachstudio des Auswärtigen Amts seine Kunstwerke: Zeichnungen, Bildtafeln und panoramaartige Rollenbilder, die mit Tinte, Aquarellfarben und Acryl zumeist auf chinesischen Reispapieren entstehen.
‚Odyssee‘ im eigentlichen Wortsinn bedeutet ‚Irrfahrt‘. Für Walter Yu ist Odyssee ein Synonym für das Wagnis, ein unbekanntes Territorium zu durchwandern, zu erkunden oder zu erobern. Immer ist die Odyssee fest verbunden mit neuen, oft außergewöhnlichen Seins-Erfahrungen: Die Expeditionen der Neuzeit, die Eroberung des Weltalls durch den Menschen oder die weltweite Migration können solche Erfahrungen beinhalten.
„In meinem Projekt ‚Odyssee‘ lasse ich mich von der Literatur und Lyrik, aber auch von der Bildkunst ganz unterschiedlicher Epochen und Kulturen inspirieren. Aber mit meiner Kunst reise ich auch selbst. Auf unterschiedliche Art und Weise reise ich und male meine Visionen. Das ist der innere Zusammenhang meiner Arbeiten“, sagt Walter Yu.
Walter Yu, vertreten von der Berliner Galerie Köppe Contemporary, kombiniert in seinen Arbeiten ostasiatische mit europäischen Bildtraditionen. So ist beispielsweise die Kombination von Bild und Schriftzeichen ebenso in der Maltradition des Fernen Ostens verankert wie das Thema der mit Erkenntnis- und Sinnsuche verbundenen spirituellen Wanderung.

Auch eine von Walter Yus speziellen Kunstformen, das Rollenbild, steht für eine überlieferte Bildtradition des alten China. Das Rollenbild ist eine Art Panoramabild, eigentlich eine Bildfolge, in der eine Geschichte erzählt wird.
Träume, Sagen, Märchen und Mythen beeinflussen die Bildfindung des Künstlers ebenso wie die europäische und amerikanische phantastische Literatur, Filme oder Kunstwerke. Aspekte des Unheimlichen, des Grotesken, des Rätselhafen, des Mysteriösen und Absurden spielen eine große Rolle in Walter Yus Werk.
Während des 3-monatigen Arbeitsaufenthalts von Juli bis September 2018 besteht die Möglichkeit des Studio-Visits. Für interessierte Besucher wird der Künstler sein temporäres Atelier auf dem Dach des Auswärtigen Amts am Donnerstag, den 26. Juli, den 16. August und den 6. September, jeweils um 18 Uhr öffnen. Eine große Finissage findet während der Berlin Art Week (26. bis 30. September 2018) statt. Der genaue Termin wird noch bekannt gegeben. Eine Anmeldung zu allen Terminen ist erforderlich.

Um den Anspruch der kulturellen Koproduktion mit der Bedeutung Berlins als internationalem Kunststandort zu verbinden, hat das Auswärtige Amt als erstes Bundesministerium gemeinsam mit dem Landesverband Berliner Galerien (lvbg) ein Inhouse Residence-Programm für Künstler*nnen mit Auslandsbezug aufgelegt.
Für das Jahr 2018 wurden durch die Experten-Jury, bestehend aus Brigitte Werneburg (Kritikerin, die tageszeitung), Christoph Tannert (Kurator, Künstlerhaus Bethanien) und Nana Poll (Galeristin und Vorstandsmitglied lvbg), die Künstler*nnen Yvon Chabrowski (Dorothée Nilsson Gallery), Manaf Halbouni (Galerie Katharina Maria Raab) sowie Walter Yu (Galerie Köppe Contemporary) ausgewählt.
Die Künstler*innen nutzen für jeweils drei Monate das Dach-Studio, um ihre Werke zu erstellen. Am Ende des Arbeitsaufenthalts erhält jede*r Künstler*in eine Abschlussausstellung im Studio des AA, sowie in der jeweiligen Galerie des beteiligten Künstlers. Zusätzlich erhalten die Künstler*innen ein Stipendium für ihren Arbeitsaufenthalt. Am Ende des Programms wird ein zweisprachiger (dt./engl.) Katalog publiziert, der die Arbeitsaufenthalte und die entstandenen Werke dokumentiert.

Walter Yu, geboren 1989 in Beijing, studierte von 2011 bis 2017 bei Valérie Fabre an der Universität der Künste Berlin (UdK, Berlin). 2015 wurde er mit dem Walter Stöhrer-Preis ausgezeichnet, 2016 erhielt er den Preis der Ulrich und Burga Knispel-Stiftung. Für den Horst Janssen-Preis 2017 und den Meisterschülerpreis der UdK 2018 war Walter Yu nominiert. Er lebt und arbeitet in Berlin und wird von der Galerie Köppe Contemporary vertreten.

Weitere Informationen finden Sie hier:
www.berliner-galerien.de/de/verband-aktuell und www.diplo.de/AArtist-in-Residence
sowie http://www.villa-koeppe.de/

Download
lvbg-aa_pm_aartist_residency_walter_yu_2018.pdf_final.pdf (PDF, 594.96 KB)

Kontakt

Landesverband
Berliner Galerien e.V.

Taubenstraße 1
10117 Berlin
lvbg@berliner-galerien.de
T: +49.30.310197–14
F: +49.30.310197–15

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